"Und Gott sprach im Traum"

... so heißt es häufiger in Bibel. Jakob träumt von der Himmelsleiter, Josef träumt von einem Engel, Paulus träumt von einem Makedonier, der ihn aufs europäische Festland ruft.

Aber war es für die biblischen Leser/innen wirklich so klar, dass sich im Traum die Stimme Gottes hören lässt?

Es gibt auch in der Bibel entschiedene Gegner eines solchen Traumverständnisses. Sie formulieren kurz und bündig: "Träume beflügeln Verrückte".

Die neue Ausgabe von "Welt und Umwelt der Bibel" zeigt, dass nicht nur die Tatsache, dass wir träumen, uns mit den Menschen der Antike verbindet, sondern auch die Frage, welche Bedeutung die nächtlichen Bilder und Botschaften haben. In der Bibel und in ihrem antiken Umfeld gibt es Zustimmung und Ablehnung zu den Träumen. Zugleich zeigen viele Träume die enge Verbindung der Träumenden zu den Göttern, von Ägypten bis zu Kaiser Augustus. Und Heiligtümer wie Epidauros versprachen, dass man durch Träume geheilt werden konnte.